Interaktive Plattformen: Bedeutung und Trends für 2021
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Interaktive Plattformen: Bedeutung und Trends für 2021

Natalie Ediger Von Natalie Ediger
Interaktive Inhalte
Marketing

Interaktive Plattformen

Interaktive Inhalte, interaktive Inhalte, interaktive Inhalte – ich spreche davon, andere Unternehmen sprechen davon, Marketingexperten und natürlich Sir Google sprechen davon. Interaktive Inhalte umfassen heute eine Vielzahl unterschiedlicher Formate. Während das Internet mit Informationen über Video Content, Quizzen und Rechnern nahezu überfüllt ist, wurden interaktive Plattformen wohl noch nicht ganz in Googles Freundeskreis aufgenommen. Dabei bieten sie sowohl in der externen, als auch in der internen Unternehmenskommunikation viel Potenzial.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was es mit dieser Art von interaktiven Inhalten auf sich hat, warum wir sie brauchen und welche Trends wir für das Jahr 2021 erwarten können. 

Was sind interaktive Plattformen? 

Interaktive Plattformen sind zielgerichtete und personalisierte Inhalte, die ein immersives Erlebnis sowohl für die externe, als auch für die interne Kommunikation ermöglichen. Über ein interaktives Webportal erhalten die Nutzer Zugang zu, z.B. spezifischen Informationen, Produkten und Angeboten. Dabei können sie die Inhalte, mit Hilfe von interaktiven Elementen, ganz oder teilweise auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Neuigkeiten, Unternehmens-Updates, Zahlen und Fakten werden so in ein interaktives Erlebnis verpackt und an den Nutzer ansprechend vermittelt. Eine interaktive Plattform kann entweder Teil der Webseite sein oder als eigenständiges Portal fungieren. 

Wir haben beispielsweise für Generali eine interaktive Plattform kreiert, auf welcher der Nutzer mit Hilfe einer Illustration einen Einblick in Generali’s strategischen Unternehmensbereich erhält: 

Den gesamten Case können Sie hier lesen. 

Warum sind interaktive Plattformen sinnvoll? 

Je nach Format helfen interaktive Plattformen bei der Erreichung der Unternehmensziele auf ganz unterschiedliche Weise. Generell erleichtern interaktive Plattformen die Zusammenarbeit und Kommunikation in jedem Kontext und erhöhen die Produktivität und Effizienz Ihres Unternehmen sowie das Engagement der Nutzer. Interne Portale beispielsweise, bieten Managern und Mitarbeitern alle notwendigen Tools, um in Echtzeit zu kommunizieren und die Zusammenarbeit zu fördern. 

Im Bereich Wissensmanagement können interaktive Portale genutzt werden, um Informationen in einer zentralen Datenbank zu sammeln und anschliessend leichter abzurufen. Ausserdem bieten alle interaktive Formate gute Tracking-Optionen und wertvolle Kundendaten. 

Interaktive Plattformen – welche Formate gibt es?

Die wohl bekannteste Form für die meisten von uns ist das “Social Intranet”. Ein Social Intranet ist eine Art digitale Sammelstelle, an der die Mitarbeiter innerhalb eines geschützten, interaktiven Raums zusammenarbeiten und kommunizieren können. Aber interaktive Plattformen können auch auf ganz unterschiedliche Weise in den Unternehmensalltag integriert werden. Hier eine kleine Auswahl: 

Informationsportal  

Interaktive Plattformen eignen sich besonders im Rahmen der Wissensvermittlung an Mitarbeiter sowie externe Partner. Unternehmensberichte, wichtige interne Informationen und Firmen-Updates können so zentral gesammelt und von den Nutzern individuell und auf ansprechende Weise abgerufen werden. 

Community Plattform

Hier stehen die Vernetzung sowie die Kommunikation und Interaktion mit externen Partnern und anderen Interessenten im Vordergrund. Eine Community Plattform ermöglicht es, Feedback zu erhalten, Ideen zu diskutieren und allgemein die externe Kommunikation zu fördern.

Projektplattform 

Hier steht die gemeinsame Arbeit im Fokus. Spezifische Themen und Ergebnisse werden erarbeitet und Ziele erreicht. Dadurch wird die Arbeit im Unternehmen nicht nur einfacher, sondern auch effektiver. 

Innovationsplattform 

Eine Innovationsplattform sammelt all Ihre Kreativität an einer zentralen Stelle, sodass Sie sich mit Mitarbeitern, externen Partnern und Interessenten austauschen, gemeinsam diskutieren und die Innovationskraft fördern können. 

Digitales Kauferlebnis 

Im Rahmen von “smarten”, vernetzten online Einkaufsmöglichkeiten, können Sie dem Kunden ein immersives Kauferlebnis bieten. Käufer werden stärker eingebunden, während Sie wertvolle Consumer Insights erhalten. 

Interaktive Plattformen: Welche Trends sind zu erwarten? 

Die Digitalisierung steht nicht still und wird somit auch mehr Möglichkeiten im interaktiven Content Marketing bieten. Insbesondere dieses Jahr hat uns gezeigt, wie schlagartig technologische Neuerungen eingeführt werden können. 

Und genau das möchte ich ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Welche Trends, Entwicklungen und Veränderungen können wir im Bereich interaktiver Plattformen erwarten? Gestatten Sie mir einen Blick in die Zukunft. 

Learning Experience Plattformen (LXP)

Wohl eher keine besonders grosse Überraschung, dass wir insbesondere im (Aus)-Bildungsbereich einen immer stärkeren Umstieg auf digitale Plattformen erwarten können. Besonders interessant wären in diesem Zusammenhang sog. “Learning Experience Plattformen”, die die Wissensvermittlung mit einer ansprechenden Nutzererfahrung kombinieren. Sie werden auch als das “Netflix des Lernens” bezeichnet, da sie einen ähnlichen Grad an Engagement und Interaktivität bieten. 

Bei adaptiven Lernplattformen werden spezielle Inhalte sogar an den jeweiligen Lerntypus angepasst: So werden bei dem einen Nutzer mehr Inhalte in visueller Form abgefragt, während bei einem anderen Nutzer ein Quiz im Vordergrund steht. Basierend auf dem Wissensstand und Lernfortschritt wird der folgende Kursinhalt automatisch angepasst. 

Solche interaktiven Learning Experience Plattformen können wir in Zukunft in verschiedenen Bereichen immer öfters erwarten: Mitarbeiterschulungen und Fortbildungen, Onboarding-Prozesse sowie im Bildungsbereich. Eine Learning Experience Plattform dient gleichzeitig als soziales Netzwerk, in welchem Lernfortschritte mit der Community geteilt werden können.

Fokus auf “Unified Communications as a Service”.

Bereits ohne Corona hat sich die (interne) Kommunikation über die letzten Jahre hinweg stark verändert. Trotzdem waren viele Kommunikationstools voneinander isoliert und nur die wenigsten Unternehmen hatten eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur. Von “Unified Communications as a Service” (UCaaS) spricht man, wenn verschiedene Dienste, wie beispielsweise das Messaging, die E-mails, die Internet Telefonie etc. von der Cloud beansprucht werden. 

Obwohl UCaaS viel Flexibilität und Produktivität bieten, waren sie bis dato kein Standard in den meisten Unternehmen. Jetzt sieht die Sache natürlich ganz anders aus: Die Work-from-Home-Bewegung hat dazu geführt, dass sich immer mehr Unternehmen zu den UCaaS wenden, um eine flexiblere und agilere Art der Kommunikation zu ermöglichen. 

Wir können davon ausgehen, dass die Bedeutung von Cloud basierten und einheitlichen Kommunikationsplattformen auch im kommenden Jahr weiterhin zunehmen wird. Hier gilt es also, genau zu analysieren welche Plattformen bzw. welche Systeme sich für das eigene Unternehmen am besten anbieten und ein möglichst ansprechendes Nutzererlebnis schaffen. 

Mobile Optimierung

Mobilfreundlich und “mobile first” – das sind zwei Schlagworte, die bei mir mittlerweile in jedem Marketingartikel vorkommen. Aber wie soll es auch anders sein? Mehr als die Hälfte des weltweiten Datenverkehrs läuft vom Smartphone ab. Da kann die mobile Optimierung nicht einfach ignoriert werden – zumindest nicht, wenn Sie eine grosse Zielgruppe erreichen wollen. Unabhängig von Ihrer interaktiven Plattform, sei es ein modernes Intranet, ein digitales Kauferlebnis oder ein unterhaltsames Wissensportal, idealerweise sollte es immer auch vom Smartphone ohne Probleme zu öffnen und funktionsfähig sein. 

Achten Sie hierbei auch darauf, dass es designtechnisch an das Smartphone Display angepasst ist und alle Schriften gut erkennbar sind. 

Künstliche Intelligenz

Ein rapide wachsender Trend im Technologiebereich: Die künstliche Intelligenz. Aufgrund der immer grösseren Datenmengen und Informationen ist die manuelle Datenanalyse im Unternehmen oft nicht mehr möglich. Mittlerweile sind wir alle irgendeiner Form der KI begegnet, beispielsweise den Chatbots im Kundenservice.

Auf interaktiven Plattformen könnte die KI insbesondere im Rahmen eines modernen Intranets eine Rolle spielen, beispielsweise durch die Erkennung von Nutzergewohnheiten und entsprechender Anpassung der Inhalte und Dokumente, die dem jeweiligen Anwendungsprofil entsprechen. So lässt sich innerhalb interner Portale auch analysieren, ob die ausgeübte Tätigkeit des Mitarbeiters mit dem jeweiligen Jobprofil im Einklang ist. Ist dies nicht der Fall, können andere Inhalte vorgeschlagen werden. In diesem Zusammenhang wird vor allem auch das Natural Language Processing zu einem zentralen Element. Ebenso können digitale Kaufplattformen von der KI profitieren und somit ein ansprechendes Nutzererlebnis schaffen.

Der Fokus auf Employee Experience

Wie ist die “Employee Experience”, also die “Mitarbeitererfahrung” in Ihrem Unternehmen? Sie sind sich nicht sicher oder wissen gar nicht genau, was ich gerade meine? Dann läuten jetzt die Alarmglocken.

Mittlerweile ist der Begriff “Employee Experience” ein regelrechtes Buzzword geworden. Aber dahinter steckt ein wichtiger Grundstein für eine gute Arbeitsatmosphäre und mehr Mitarbeiterengagement. Die Employee Experience umfasst eine Vielzahl von Bereichen – vom Vorstellungsgespräch über die Onboarding Prozesse, To-dos und Routinen – alles was sich auf die Unternehmenskultur auswirkt. 

Die Mitarbeitererfahrung hat bereits in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Aber die durch die Coronakrise veränderte Arbeitswelt stellt diese nochmal ins neue Licht. Denn viele bisherigen “perks” wie z.B. kostenlose Wellnessstunden, Obstkörbe, Tischtennis-Platten oder der “bringen-Sie-Ihren-Hund-mit zur-Arbeit-Tag” bezogen sich bisweilen auf das reguläre Office-Life. Wie sieht es aber digital aus? 

Umfragen belegen, dass die Employee Experience auch in Zukunft als eine der Top Prioritäten gilt. Wir können davon ausgehen, dass insbesondere in der post-Covid Ära, Mitarbeiter immer mehr technische Anforderungen haben werden, um produktiver zu arbeiten, aber auch um sich digital mit dem Unternehmen verbunden zu fühlen. 

Und in diesem Zusammenhang werden ansprechende, interaktive Mitarbeiterportale, die neben den professionellen Aspekten auch eine soziale Erfahrung bieten, eine wichtige Rolle spielen. 

Moderne Intranets

Das “Intranet” habe ich bereits öfters erwähnt. Statt einem gewöhnlichen Intranet, sollte man allerdings viel mehr auf moderne Intranets umsteigen. Was genau meine ich? 

Generell liegt hier der Fokus viel mehr auf der Interaktivität der Nutzer und nicht auschliessllich auf der Bereitstellung von Informationen. Ein modernes Intranet bietet nicht nur statische Informationen, sondern stellt vor allem die Mitarbeiter der Organisation in den Mittelpunkt und fördert so einen dynamischen Kommunikationsaustausch. Mit Hilfe spezieller Tools, hat das gesamte Team einen besseren Zugang zu unternehmensspezifischen Informationen und kann die Arbeit effizienter erledigen. Ein modernes Intranet ist komplett Cloud basiert und daher kosteneffizient, einfach zu implementieren und zu verwalten. 

Unternehmen steigen schon seit längerer Zeit auf moderne Intranets um. Diese Entwicklung können wir aber auch im kommenden Jahr erwarten. 

Das Verlangen nach immersiven Erfahrungen

Die VR (virtuelle Realität), 360 Grad Erfahrungen und die AR (erweiterte Realität) spielen eine immer wichtigere Rolle im visual Storytelling und innerhalb des interaktiven Contents. Im Vergleich zu gewöhnlichen interaktiven Elementen, bekommt hier der Nutzer zusätzlich eine realitätsnahe Darstellung der Inhalte und wird, insbesondere bei der virtuellen Realität, Teil der immersiven Erfahrung. 

360 Grad Videos wiederum, können als Schulungsinstrumente eingesetzt werden, mit denen sich die Teilnehmer effektiv auseinandersetzen. Da die Ansprüche für immersive und ansprechende Nutzererfahrungen immer weiter zunehmen, können wir davon ausgehen, dass diese Elemente auch im Rahmen interaktiver Plattformen zum Einsatz kommen.  

Telemedizin – Behandlung auf Distanz

Vielleicht ein wenig off topic bzw. eine komplett andere Branche betreffend. Allerdings zeigt uns dieser Trend nur, dass wir uns bald auf immer spannendere interaktive Plattformen freuen können. Gerade im Gesundheitswesen werden neue Technologien meist ein wenig langsamer eingeführt. Dieses Jahr lief es natürlich wieder ganz anders und prompt war die Telemedizin fester Bestandteil vieler Arztpraxen. Werden interaktive Gesundheitsplattformen bald zum neuen Standard? Schwer zu sagen. 

Denn letztendlich ist der Face-to-Face Kontakt in der Gesundheitsbranche unentbehrlich. In Zeiten nach Corona können wir aber zumindest einen leichten Trend in Richtung interaktiver Plattformen erwarten, auf denen sich Patienten und Angehörige informieren, austauschen oder auch virtuell Behandlungstipps erhalten können. 

Interaktive Plattformen Fazit 

Eine interaktive Plattform ermöglicht es, eine Bindung zwischen Ihrer Marke und dem Publikum zu schaffen. Ob interaktives Wissensportal, ein modernes Intranet, ein digitales Kauferlebnis oder eine Community Plattform, digitale Erlebnisse wecken nicht nur die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe und schaffen mehr Engagement, sondern liefern auch noch wertvolle Consumer-Insights. Nutzen Sie eine interaktive Plattform in Ihrem Unternehmen? Falls nicht, wird es aber höchste Zeit!  Schreiben Sie uns und lassen Sie uns gemeinsam die perfekte Lösung für Sie finden. 

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