Was ist Motion Design?

Immer wieder erwähne ich in unseren Use Cases “Motion Design” als verwendete Stilrichtung. Für uns als Kreativagentur verstehen sich solche Begriffe von selbst und unsere Designer sind in diesem Bereich sowieso Profis. Aber nicht für jedermann ist diese Bezeichnung genauso zugänglich. Aus diesem Grund widme ich mich heute dieser Form von Grafikikanimation ein wenig konkreter und erkläre Ihnen, was Motion Design ist und wann es verwendet wird. 

Motion Design Definition 

Das Motion Design oder auch “Motion Graphics” genannt (diese Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet) fokussiert sich auf bewegende audiovisuelle Inhalte bestehend aus verschiedenen Farben, Formen, Flächen, Typografie und Übergängen.

Das Motion Design hat sich zu einer wichtigen Animation entwickelt, die vielfältig eingesetzt wird. An dieser Stelle ein kurzer Exkurs: Obwohl die Bezeichnung “Motion Design” eher im Rahmen der Digitalisierung entstanden ist, hat diese Stilrichtung ihren Ursprung bereits in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, nämlich mit “Gertie the Dinosaur”. Mit diesem Animationsfilm wurde der Zuschauer das erste Mal auf eine visuelle Reise durch Bewegtbilder, Musik und Text geführt.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den ersten Toystory Film im Jahr 1995? Spätestens seit diesem Zeitpunkt gilt auch die Computeranimation als eigenständige Disziplin. Aber zurück zum Eigentlichen: Kurz zusammengefasst, ist Motion Design eine Kombination aus grafischen Elementen und Animation. Mit zusätzlicher musikalischer Untermalung lässt sich so aus simplen Formen echtes Storytelling schaffen.

Warum Motion Graphics verwenden? 

Motion Graphics eignen sich für verschiedene Bereiche, insbesondere, wenn ein Thema etwas abstrakter dargestellt werden soll, beispielsweise für eine Prozesserklärung, die Gestaltung einer App oder eine Titelsequenz. Die bewegenden Formen kombiniert mit veränderten Farben und Hintergründen wirken sehr dynamisch und wecken so die Aufmerksamkeit des Publikums.

Deswegen eignet sich diese Animationsart für Schulungs- und Erklärvideos oder aber auch für Social-Media-Kanäle, um einer textbasierten Information mehr Leben einzuhauchen. Da diese Animationsart auf Icons und der Typografie basiert, ist sie ausserdem weniger zeitaufwendig als eine Character-Animation oder die Frame-by-Frame Animation.

Mehr User Experience durch Motion Graphics

Die User Experience (UX) (auf dt. “Nutzererfahrung” bzw. “Nutzererlebnis”) bezieht sich auf die Wahrnehmung und die Gefühle eines Nutzers während der Verwendung eines bestimmten Produktes, meistens im Bereich digitaler Medien. In diesem Bereich können Motion Graphics einen entscheidenden Beitrag leisten. Denn Motion-Design kann die Navigation auf einer Webpage leichter und vorhersehbarer gestalten. So können beispielsweise bestimmte Objekte erst nach Klicken und in Bewegung mit dem Mauszeiger erscheinen. 

Ausserdem können gerade komplexe Zusammenhänge und trockene Begriffe durch bewegende grafische Elemente leicht verständlich veranschaulicht werden. 

Aber auch ganz einfache Elemente, wie zB. ein Call to Action Button kann mit Hilfe des Motion Designs die Aufmerksamkeit des Publikums wecken. Insgesamt verleiht Motion Design der Webpage einen dynamischen und modernen Look und trägt so positiv zur Nutzererfahrung bei. 

Motion Design im Marketing 

Bewegende graphische Elemente sind ein hervorragendes Kommunikationsmittel und können daher im Rahmen der Marketingstrategie effektiv eingesetzt werden. Animierte Grafiken setzen nämlich Markenbotschaften und den individuellen Mehrwert genau richtig in Szene, sodass der potenzielle Kunde im Entscheidungsprozess unterstützt wird. 

Bewegende Inhalte werden ausserdem auf den sozialen Netzwerken bis zu 1200% öfters geteilt, als statische Elemente. So erhalten Sie eine höhere Reichweite und schaffen mehr Brand Awareness. Hierfür muss das Video nicht einmal lang sein. Ganz im Gegenteil – gerade “Snackcontent”, also extrem kurze Inhalte werden auf den sozialen Netzwerken immer populärer. Ein einfaches GIF mit bewegend Grafikelementen kann sie daher bereits von der Konkurrenz abheben.  

Generell merken sich Nutzer 95% der Inhalte, die in Form von bewegenden Inhalten  vermittelt wurden. Bei Textinhalten sind es lediglich 10%. Heisst also auch, dass die Integration von Motion Graphics einen nachhaltigen Effekt hat. Und Sie müssen doch zugeben, dass ein animiertes Video nun wirklich deutlich attraktiver wirkt, als ein langer Text.

Wie funktioniert Motion Design? 

Gerade wenn bestimmte Inhalte extrem gut gestaltet sind und eine entsprechende Leichtigkeit in sich tragen, sieht es für einen Laien nach nicht besonders komplexer Arbeit aus. Ganz einfach ist die Erstellung von Motion Graphics aber nicht. Hierfür gibt es speziell ausgebildete Motion Designer, die sich genau diese Aufgabe zur Leidenschaft gemacht haben. Und nicht jedermann ist dafür geeignet. Neben der technischen Expertise, muss ein Motion Designer extrem detailorientiert und kreativ sein, ein gutes Taktgefühl haben und eine grosse Menge an Geduld mitbringen. Da die Arbeit ausserdem oft von vielen anderen Teammitgliedern abhängt bzw. mit vielen weiteren Produktionsschritten verbunden ist, gehören auch noch organisatorische Fähigkeiten dazu. So… und wie gelingt es uns nun diese Dynamik in die grafischen Elemente zu integrieren? Um Ihnen eine Antwort aus erster Hand zu liefern, habe ich diese Frage an unsere Cleverclip Motion Designer gestellt. Voilà, hier der Input: 

Meistens erhält ein Motion Designer von einem Designer oder einem Illustrator eine statische Illustration, sogenannte Styleframes. Mit Hilfe einer Animationssoftware wie beispielsweise Adobe After Effects bereitet er sie für die Animation vor. Manchmal muss der Motion Designer das Design anpassen, verändern oder sogar komplett neu erstellen, bevor es weitergeht.

Im nächsten Schritt fügt er ein vorläufiges Sounddesign hinzu und ggf. eine Erzählerstimme, damit die einzelnen Bilder zeitlich auf die Erzählung und den Rhythmus der Musik abgestimmt sind. Wenn die grobe Taktfolge festgelegt ist, beginnt die Magie – auch bekannt als “Keyframing-Prozess”. Hier kann jedes grafische Element seine Eigenschaften (z.B. Position, Skalierung, Rotation) im Verlauf ändern. Manchmal kann eine Szene aus Hunderten von Elementen bestehen, die alle von einem Motion Designer koordiniert werden.

Welche Motion Design Software ist die Richtige? 

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Programme, die sich sogar für Personen mit wenig Vorkenntnissen eignen. Für welche davon Sie sich entscheiden, hängt natürlich ganz von Ihren Bedürfnissen und Zielen, dem Budget sowie dem eigenen technischen Know-how ab. 

Im Abschnitt vorher habe ich bereits Adobe After Effects erwähnt. Dies ist eine der bekanntesten Softwares, die sich insbesondere unter den Profis etabliert hat. Aber es gibt selbstverständlich noch viele weitere Programme:

Powtoon: Die Software enthält hochwertige Templates mit einer Vielzahl von Charakteren. Dank der Drag&Drop Funktion, ist sie selbst ohne Vorkenntnissen leicht zu verwenden. Powtoon bietet eine dauerhaft kostenlose Version, allerdings nicht in HD-Qualität und nur mit  Powtoon-Branding.Für mehr Funktionen, müssen Sie ein Upgrade durchführen. 

Adobe Premiere Pro: Hiermit können Motion Graphics insbesondere nachbearbeiten und somit ein besonders professionelles Finishing erhalten.

Cinema 4D: Hier handelt es sich um eine professionelle Software, um dreidimensionale Animationen zu erstellen. Obwohl sich anspruchsvolle und enorm komplexe Animationen erstellen lassen, soll die Software relativ einfach in der Bedienung sein. ´

Wideo: Hier können Sie insbesondere kurze animierte Videos erstellen. Dieses Programm ist besonderes benutzerfreundlich und eignet sich somit auch für Zielgruppen mit wenig Vorkenntnissen.

Motion Design Beispiele  

Nach einem etwas theoretischen Ansatz, möchte ich Ihnen natürlich auch einige spannende Beispiele nicht vorenthalten, die beweisen wie vielfältig einsetzbar Motion Design ist. Los geht’s!

Apple Motion Graphics

Der Gigant Apple beweist, wie effektiv Typographie mit Motion Graphics ist. Kombiniert mit der Musik wird der Zuschauer emotional berührt und zum Nachdenken angeregt. Ein Video, das definitiv im Gedächtnis bleibt. 

Isolutions – neues Kundenerlebnis 

Dieses Video aus eigenem Hause beweist, dass weniger oft mehr ist. Bestehend aus einzelnen Punkten und ohne farbliche Akzente wird der Zuschauer dennoch auf eine spannende visuelle Reise geführt. 

IGAKIS – Connect 

Auch dieses Video ist von Cleverclip produziert und zeigt wie vielfältig kombinierbar das Motion Design ist. Das Erklärvideo startet zunächst mit einem Realfilm und geht dann in dynamische digitale Elemente über. Ein abstraktes Video, welches in direktem Einklang mit der Benutzerfreundlichkeit des vorgestellten Produkts steht.

Ein Rekrutierungsvideo für Monvia 

Auch für die Rekrutierung eignet sich Motion Design hervorragend. Dieses Video haben wir für Monvia produziert, ein Gesundheitszentrum mit verschiedenen Standorten in der Schweiz. Das Video besticht durch den dynamischen und farbenfrohen Einsatz von 2D Motion Graphics und beweist wie sich rein durch Formen, Farben und Typografie eine beeindruckende Animation erstellen lässt. 

Google Cloud IoT Solutions

Daten und IT-Lösungen sind für die meisten von uns ein eher trockenes und komplexes Thema. Mit Hilfe von Motion Graphics gelingt es Google allerdings das Produkt in visuelles Storytelling zu packen und auch für Laien verständlich zu erklären. 

Pfizer – Active and 50+ / The New York Times

Die New York Times hat in diesem Video ein besonders wichtiges Thema veranschaulicht: Die Pneumokokken-Pneumonie, also eine Lungenentzündung ausgelöst durch die Pneumokokken Bakterien. Ziel des Videos war es, für einen Impfstoff zu werben, der diese Infektion vorbeugen kann. Und das ist der New York Times auch erfolgreich gelungen: entstanden ist ein lebhaftes Videos, das das komplexe Thema leicht verständlich erklärt und durch das grafische Design unterhaltsam und für jedermann zugänglich ist. 

Fazit 

Striche und Formen können weit aus mehr, als man vielleicht vermuten würde. Das Motion Design ist eine faszinierende moderne Animationsart. Sie ist nicht nur vielfältig einsetzbar, sondern kann auch entscheidend zur User Experience beitragen und sich positiv innerhalb des Marketings auswirken.  

Sie haben Interesse an einem Motion Design Video? Dann kontaktieren Sie uns und wir kreieren die passende Animation für Ihr Anliegen.

Mit Ihrem Netzwerk teilen

Der Cleverclip Blog

Sie sind am Ende angelangt. Aber wir können Sie gerne über neue Inhalte informieren.

Herr
Frau

Verwandte Themen