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Als Michel letztens für einen Event eingeladen wurde, erlebte er eine kleine Überraschung. Denn was der Kunde wollte und was er beauftragt hatte, waren zwei verschiedene Dinge. Michels überraschte Reaktion war jedoch nur von kurzer Dauer, denn diese Verwechslung geschieht immer wieder. Damit wir das ein kleines bisschen reduzieren können, erkläre ich euch in diesem Blog den Unterschied zwischen Graphic Recording und Graphic Facilitation.

Graphic Recording bzw. Facilitation: Die Gemeinsamkeiten

Aber langsam. Denn als erstes möchte ich euch die Gemeinsamkeiten der beiden Methoden näher bringen. Das gemeinsame Ziel ist es, gesprochene Inhalte live visuell – mit Schlagwörtern und Illustrationen – zu unterstützen.

Inspiration haben beide Methoden bei den Architekten und ihrem klaren visuellen Verständnis sowie der Arbeit mit gross angelegten Bildern gefunden. Designer und Computerspezialisten haben den Charakterzug des Zusammenfassens und Herunterbrechens hinzugefügt.

Graphic Facilitation wie auch Graphic Recording vereinen diese beiden Ideen. Sie brechen komplexe Sachverhalte herunter, unterstützen diese visuell und geben so das zu Vermittelnde verständlich wieder. Genau aufgrund dieser Gemeinsamkeiten kommt es so oft zu Verwechslungen.

Was ist also der grosse Unterschied?

Graphic Facilitation setzt auf Partizipation des Publikums. Die Plakate werden gemeinsam mit den Anwesenden erstellt. Der Graphic Facilitator interagiert mit der Gruppe und versucht die Teilnehmer dazu zu animieren, anhand seiner Bilder weiterzudenken, dabei zu bleiben und eigene Inputs zu liefern. Graphic Facilitation ist daher eine hervorragend Methode für Problemlösungen, kreatives Denken und die Bewältigung komplexer Sachverhalte. Da der Graphic Facilitator direkt mit dem Publikum interagiert, eignet sich dieses Verfahren vor allem für kleinere Anlässe wie z.B. Workshops oder Seminare.

Ein Graphic Recorder wiederum, interagiert nicht direkt mit dem Publikum. Ein Moderator leitet die gesamte Veranstaltung, während der Graphic Recorder die Ideen und Konversationen visuell auf einem grossen Board oder Plakat festhält. Oft können die Elemente auch visuell auf einem Ipad gezeichnet und dann als grosses Bild für das gesamte Publikum projiziert werden. Graphic Recordings finden Ihre Verwendung vor allem bei grösseren Events.

Warum brauchen wir  Graphic Recordings bzw. Facilitation?

Beide Konzepte ermöglichen eine bildliche Darstellung der Veranstaltung in Echtzeit. Unser Gehirn verarbeitet Bilder etwa 60000 Mal schneller, als textbasierte ode gesprochen Informationen. Dadurch können sich die Zuschauer die Inhalte der Veranstaltung besser merken und im Langzeitgedächtnis abspeichern.

Gleichzeitig erzählen diese grafischen Elemente eine visuelle Geschichte. Und Storytelling ist ja sowieso das Nonplusultra im Marketingbereich, um mit dem Zuschauer auf emotionaler Ebene in Kontakt zu treten. Graphic recordings bzw. Facilitation ermöglichen daher auch ein viel stärkeres Engagement des Publikum während der Veranstaltung, bieten aber auch zusätzlich eine exzellente Zusammenfassung des Events für all diejenigen, die nicht die Möglichkeit hatten teilzunehmen.

Ob Sie sich letztendlich für Graphic Recordings oder Facilitation entscheiden sollten, hängt natürlich zum einen von der Grösse der Veranstaltung ab, dem Zielpublikum und dem Thema. Am besten Sie besprechen dies gemeinsam mit der Agentur bzw. dem jeweiligen Artist. 

Bei Cleverclip wird vor allem das Graphic Recording für Grossanlässe angeboten. Im Folgenden eine kleine Inspiration, wie unsere Graphic Recorder die Zuschauer auf eine visuelle Reise nehmen:

Circular Economy

In den letzten Jahren sind in der Schweiz eine Vielzahl von Projekten im Bereich Kreislaufwirtschaft entstanden. Viele Unternehmen integrieren nachhaltige und innovative Prozesse mit dem Ziel die Schweizer Wirtschaft zirkulärer zu gestalten. Nadine, Graphic Recorder bei Cleverclip, hat teilnehmende Unternehmen auf einer Karte visuell festgehalten:

Graphic Recording für Circular Economy

AdNovum

Auf der jährlichen Firmenfeier von AdNovum gab es eine “Wishwall”, auf welcher Mitarbeiter ihre Wünsche und Anregungen teilen durften – diese wurden anschliessend visuell zusammengefasst: 

Graphic Recording für AdNovum

Digital Festival

Das Digital Festival war ein zweitägiges Event mit unterschiedlichen Vorträgen rund um das Thema “Digitalisierung”. Entstanden eine Reihe von Graphic Recordings, die die Schwerpunkte veranschaulichen:

Graphic Recording fürs Digital Festival

Graphic Recording fürs Digital Festival Graphic Recording fürs Digital Festival Graphic Recording fürs Digital Festival

Jetzt jedoch zurück zum Anfang und Michel: Sein Auftrag war es Graphic Recordings vom Event festzuhalten. Der Kunde kannte jedoch den Unterschied der beiden Methoden nicht – und so dachte Michel anfangs fälschlicherweise er würde an einem kleinen Anlass mit dem Publikum interagieren.

Übrigens, es gibt auch noch die sogenannten “Sketchnotes”. Obwohl sie immer wieder gerne als Synonym für Graphic Recordings und Facilitation verwendet werden, unterscheiden sich die Skechnotes von den beiden vorherigen Methoden: Sketchnotes ähneln den Graphic Recordings, werden aber eher in einem kleinen Format erstellt. Der Zeichner sitzt normalerweise mit dem Publikum zusammen und erstellt Skizzen in einem Notizbuch oder auf einem iPad. Diese Bilder können während oder nach der Veranstaltung auf den soziale Medien hochgeladen.

Falls dies doch alles ein wenig konfus wirkt, keine Sorge! Kontaktieren Sie uns wir besprechen gerne mit Ihnen den passenden Ansatz für Ihr Event. Brauchen Sie mehr Inspiration zum Thema Graphic Recordings?  Dann schauen Sie hier vorbei


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Cleverclip Blogcast - Natalie Ediger
The Cleverclip Blog

Sie sind am Ende angelangt. Aber wir können Sie gerne über neue Inhalte informieren.

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