Was uns das Bauhaus lehrt

Zeit für ein bisschen Allgemeinbildung. Wenn ich hier über Bauhaus schreibe, dann meine ich nicht Obi und Co sondern die Schule, welche zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Walter Gropius gegründet wurde. Viele Designprinzipien und Produkte, die aus dieser Institution hervorgegangen sind, sind noch heute brandaktuell und beeinflussen die Design-Welt. Um deren Ursprüngen auf den Grund zu gehen, muss ich jedoch etwas weiter ausholen.

Erst die industrielle Revolution ermöglichte es, Produkte in Massen herzustellen – vorher hatten Handwerker damit alle Hände voll zu tun. Ziel war es, möglichst schnell und günstig Produkte kreieren, die den Werken der Handwerker glichen. Die Auseinandersetzung mit den Materialien und Fertigungstechniken blieb dabei auf der Strecke. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken entstanden unterschiedliche Gegenbewegungen – unter anderem das Bauhaus. 1919 von Walter Gropius gegründet, war es das Ziel, Kunst und Technik zeitgemäss zu verbinden. Das heisst, die im Handwerk noch vorhandene Einheit zwischen Entwurf und Produktion sollte auch bei der Fertigung von industriell produzierten Produkten wiedererkennbar sein. Zum Bauhaus gehörten Künstler, Handwerker, Industrielle und Publizisten, die sich für das Zusammenwirken von Kunst, Handwerk und Industrie einsetzten.

Dieser Gemeinschaftsgedanke ist es, der beim Bauhaus noch heute präsent ist und die Design-Welt beeinflusst. Das Arbeiten in Projektteams erlaubt es, Produkte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Bei Cleverclip hat zwar jeder seine Kernkompetenz – ob Consultant, Texter, Visual Artisten oder Postproduction – doch nur, wenn alle gemeinsam arbeiten, kann ein richtig gutes Produkt entstehen.

Ein weiterer extrem wichtiger Gedanke, welcher aus dem Bauhaus hervorgegangen ist, ist das Eingehen von Risiken. Auf Theorie wurde im Unterricht eher verzichtet, vielmehr ging es darum, mit verschiedenen Techniken und Materialien zu experimentieren und dann im Nachhinein eine Analyse der Ergebnisse zu machen. Bei Cleverclip finden wir dies in unserem eigenenen Manifesto: “Try out new things and don’t be scared to fail.” Dies ist ein extrem wichtiger Grundsatz, welcher unseren Produkten sowie unserer Firma hilft, innovativ zu bleiben.

Der Gedanke der Reduktion aufs Minimum wurde im Bauhaus in Weimar ebenfalls auf Produkte angewendet. Unnötiger Schnick-Schnack sollte vermieden werden. Ein wichtiger Leitsatz auch für uns, wenn es darum geht, Botschaften klar und verständlich zu übermitteln. Beim Gebrauch von rein ästhetischen Verschönerungen könnte man Gefahr laufen, dass die Zielgruppe die echte Botschaft nicht mehr versteht. Darum ist die Reduktion aufs Minimum zentral – inhaltlich, aber auch visuell.

Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser kleinen Geschichtsstunde das Bauhaus etwas näher bringen und bin mir sicher, dass du beim nächsten Anblick eines Freischwingers denkst: “Marcel Breuer!”.

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Bauhausphoto credit: mhobl via VisualHunt / CC BY-NC