Ein Energy Drink für Charles Lindbergh

„Ein Energy Drink für Charles Lindbergh ist der fünfte und letzte Teil unserer Storytelling-Reihe. Den ersten Teil lesen Sie hier: Von Kinderkasetten und Höhlenmalereien, den zweiten Teil hier: Geschichten sind kein Kinderkram, den dritten Teil hier: No Pain, No Gain und den vierten Teil hier: So generieren Sie Aufmerksamkeit

Jeder ist ein Märchenonkel

Nichts ist spannender und erregt mehr Aufmerksamkeit als eine packende Story – auch wenn wir das wissen: Ist es nicht schwierig und aufwändig, eine Geschichte zu erfinden? Kann wirklich jeder ein „Märchenonkel“ werden? Die simple Antwort: Ja.

Es ist dabei nicht wichtig, ein eloquenter Redner oder ein begabter Schriftsteller zu sein. Fantastische Ideen für Erzählungen fliegen den wenigsten Leuten einfach so zu…

Zum Glück ist es viel einfacher: Ein Neuling im Bereich Storytelling kann dabei insbesondere auf zwei Arten von Geschichten zurückgreifen, mit denen man (fast) garantiert Erfolg haben wird. Die persönliche oder die historische Geschichte.

Die persönliche Geschichte – Studentenleben

Die einfachste Form der Geschichte ist die persönliche. Dabei geht es ganz einfach darum, eine eigene Erfahrung so zu verpacken, dass Ihr Produkt dabei so gut wie möglich dasteht.

Nehmen wir als anschauliches Beispiel einen Energy Drink. Das ist Ihr Produkt. Er bietet sich hervorragend dafür an, aus dem persönlichen Erfahrungsschatz zu schöpfen und etwas darüber zu erzählen.

Sie waren ein junger Student. Es gab damals Zeiten, in denen Sie mehrere Seminararbeiten zeitgleich verfassen mussten. Das war für Sie eine nervenaufreibende Situation – kaum Schlaf, keine Zeit, etwas Richtiges zu kochen, das Sozialleben hat gelitten… Kurz vor der Aufgabe haben Sie das Wundermittel für sich entdeckt: Energy Drinks. Damit haben Sie durchgehalten! Damit konnten Sie alle Arbeiten beenden und erst noch gute Noten ergattern. Und Sie haben jetzt einen gänzlich neuen, innovativen Drink erfunden, der besser (oder gesünder) ist als alle anderen.

Mit einer persönlichen Story begeben Sie sich bewusst auf die gleiche Ebene wie Ihre Kundschaft. Damit machen Sie diese zu Mitleidenden. Ihr Pain wird verstanden und gespürt. Man kann sich hervorragend in Ihre Lage versetzen. Und die Lösung des Konflikts ist dann umso nachvollziehbarer…

Die historische Geschichte – Lindberghs Flug

Im Gegensatz zur persönlichen beruft man sich bei der historischen Geschichte – wie der Name schon sagt – auf allgemein bekannte Ereignisse der nahen oder fernen Vergangenheit.

Wir bleiben beim Beispiel mit dem Energy Drink. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Es ist das Jahr 1927. Charles Lindbergh ist vor vielen Stunden in New York abgehoben und fliegt nun in seinem Flugzeug „Spirit of St. Louis“ Richtung Osten. Er will der erste Mensch sein, der den Atlantik im Alleinflug überquert. Doch ein gewaltiges Problem könnte ihn zum Scheitern bringen: die bleierne Müdigkeit in seinen Knochen! Als er die Küste Irlands entlangfliegt, fallen ihm die Augen bereits zu. Wenn er jetzt einschläft, wird sein Flugzeug auf den Wiesen der grünen Insel zerschellen. Nur aufgrund unmenschlicher Willenskraft wird es Lindbergh schaffen, wach zu bleiben. Wie viel einfacher wäre alles, wenn er nun einen aufputschenden Energy Drink zur Hand hätte? Ein kleine Dose und die Müdigkeit wäre wie weggeblasen!

Eine Geschichte, die sich auf tatsächlich stattgefundene historische Ereignisse bezieht, lässt kaum jemanden kalt. Falls es ihnen gelingt, so ein Ereignis geschickt mit Ihrem Produkt zu verbinden, dann haben Sie eine einfache aber überzeugende Story entwickelt – ohne allzu viel Aufwand!

Fazit

Damit beschliessen wir unsere Reihe über das Thema Storytelling vorerst. Geschichten sind etwas Wunderbares, ohne das wir Menschen nicht existieren wollen. Warum würden wir sonst träumen? Und darum schliessen wir auch mit einem Zitat aus „The Storytelling Animal“ von Jonathan Gottschall: „Wir als Spezies sind regelrecht süchtig nach Geschichten. Sogar wenn der Körper schläft, bleibt der Geist wach und erzählt sich selbst Geschichten.“